Auslandschweizer gegen Konsulatschliessungen

Während das Schweizer Aussenministerium durch die Zusammenlegung von Konsulaten effizienter werden will, befürchtet die Auslandschweizer-Organisation, dass das Land durch diesen Umbau immer mehr von ihrer Präsenz im Ausland einbüsst.
 Die Zusammenlegung von 20 Konsulaten durch das EDA kommt bei den Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern nicht gut an. "Grundsätzlich verstehen wir sehr gut, dass das EDA haushälterisch mit den Ressourcen umgehen und rationalisieren muss – und auch soll", sagt Rudolf Wyder, Direktor der Auslandschweizer-Organisation (ASO).  Allerdings meldet sich die Schweiz konsularisch in immer mehr Ländern ab. Das EDA meint demgegenüber: die bereits etablierten Konsularzentren (Hispanola, Balkan, Südliches Afrika, Südosteuropa, Benelux und Nordische Staaten) zeigen, dass die Stossrichtung grundsätzlich stimmt."
 
Das könne höchstens als betriebswirtschaftlicher Grund angeführt werden, sagt Wyder.  "Das ist nicht die Wahrnehmung der Schweizer Gemeinschaften vor Ort, die feststellen, dass Leistungen verschwinden oder nur noch in grosser Distanz abrufbar sind. Immer mehr Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer haben laut Wyder das Gefühl, die Schweiz interessiere sich nicht mehr für sie und lasse die "Botschafter der Schweiz", wie das EDA die Auslandschweizer immer wieder gerne bezeichnet, im Stich. In den letzten 20 Jahren sei die Hälfte der Berufskonsulate geschlossen worden,  "In der gleichen Zeit hat der Bestand der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer um 50% zugenommen. Die ASO wolle sch bei der Politik dafür einsetzen, dass die Ressourcen des Departements wieder aufgestockt würden

Zudem sollte die Zusammenarbeit mit andern Schengen-Staaten geprüft werden, wie sie gegenwärtig im Bereich der Schengen-Visa bereits üblich ist. "Es gibt keinen Grund, weshalb wir nicht mit anderen Staaten zusammenarbeiten sollten, beispielsweise in der Erhebung biometrischer Daten für Pässe", ist Wyder überzeugt.  (swissinfo)