Die Schweiz steigt aus der Atomenergie aus

In der Schweiz werden keine neuen Atomkraftwerke mehr gebaut und die bestehenden werden am Ende ihrer Betriebszeit vom Netz genommen
Die Schweiz will aus der Atomenergie aussteigen. So hat es der Bundesrat am 25.5. beschlossen. Der Bundesrat geht für den Ausstieg von einer Betriebsdauer von 50 Jahren aus. Das erste AKW müsste demnach 2019 vom Netz, das letzte 2034.
Derzeit stammen 40 Prozent des Stroms aus AKW, 56 Prozent aus Wasserkraft. 1 Prozent stammt aus erneuerbarer Energie. Nach dem GAU von Fukushima müsse das Restrisiko neu beurteilt werden, gerade für eine dicht bevölkertes Land wie die Schweiz, hielt Energie-Bundesrätin Doris Leuthard fest. Wichtig sei aber auch die ökonomische Seite. Die Kernenergie sei in den letzten Jahren immer teurer geworden. Grund seien die zunehmenden Kosten für Sicherheit, Stilllegung und Entsorgung. Gleichzeitig seien am Markt die erneuerbaren Energien günstiger und effizienter geworden. Damit falle auch der ökonomische Vorteil der AKW weg.

Der Bundesrat sei überzeugt, dass ein schrittweiser Ausstieg der richtige Schritt sei. Für eine vorzeitige Stilllegung sehe der Bundesrat keinen Anlass. Die Überprüfungen hätten ergeben, dass der sichere Betrieb der Schweizer Kernkraftwerke zurzeit gewährleistet sei.

Die volkswirtschaftlichen Kosten für den Umbau und für Massnahmen zur Reduktion der Stromnachfrage belaufen sich nach ersten Berechnungen des Bundes auf 0,4 bis 0,7 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Primär ist laut Leuthard ein Ausbau der Wasserkraft.(NZZ)