Politiker wollen Justiz auf Fifa ansetzen

Die Ereignisse im Weltfussballverband Fifa provozieren die Schweizer Politik: Immer mehr Parlamentarier befürworten schärfere Regeln gegen Korruption im Sport.
 Die Bestätigung von Sepp Blatter als Fifa-Präsident mag Endpunkt eines unappetitlichen Seilziehens gewesen sein. Für die Politik hingegen ist sie offenbar ein Anfang. Aussagen von Schweizer Parlamentariern machen deutlich, dass sie genug haben von undurchsichtigen Machenschaften rund um den weltgrössten Sportverband.Voraussichtlich im Juli diskutiert die Rechtskommission des Nationalrates einen Vorstoss von Anita Thanei (SP). Sie schlägt vor, die Sportdachverbände mit Sitz in der Schweiz in Bezug auf Bestechung anderen internationalen Organisationen gleichzustellen. Damit wäre namentlich die Fifa nicht mehr vor Strafverfolgung geschützt. Der Vorstoss geniesst breite Sympathien. 67 Vertreter aus allen Fraktionen haben die parlamentarische Initiative im Dezember unterschrieben.
Es gibt allerdings auch skeptische Stimmen: FDP-Präsident Fulvio Pelli beispielsweise hält fest, dass es sich bei Korruption um ein Delikt gegenüber dem Staat handle. Im privaten Bereich existiere sie nicht.

 Auch der Anti-Korruptions-Verein Transparency International Schweiz zweifelt an den Versprechungen der Fifa. Präsident Jean-Pierre Méan hält wenig von der Fifa-internen Ethikkommission. Diese sei nicht unabhängig, weil sämtliche Mitglieder aus dem Fussballmilieu stammten und von der Fifa-Spitze gewählt würden. Méan fordert darum eine Gesetzesänderung: Sportverbände mit Sitz in der Schweiz müssten den normalen Korruptionsregeln unterstellt werden. (NZZ)