Seco lädt zu Krisengipfel wegen Frankenstärke

Die Aufwertung des Schweizerfrankens hat das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) veranlasst, kurzfristig eine Sitzung einzuberufen.
Die Einladung ging an Wirtschafts- und Gewerkschaftsvertreter, die der Kommission für Wirtschaftspolitik angehören, die Sitzung soll am 14.1.  stattfinden. Dort sollen  „Auswirkungen, Chancen und Risiken“ der Entwicklungen an den Devisenmärkte aus Sicht der Wirtschaft diskutiert werden.
Nichts deutet aber darauf hin, dass das Seco konkrete Massnahmen ins Auge fassen will. Gemäss Einladung steht eine «Tour de Table» im Vordergrund, die den Wirtschaftsvertretern die Gelegenheit geben soll, ihre Einschätzung der Lage darzulegen. Auch Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann hat lediglich verlauten lassen, dass er die Entwicklung des Wechselkurses «mit grösster Aufmerksamkeit verfolge» und die Lage noch im Januar mit dem Bundesrat erörtern wolle.

 Obwohl die Aufwertung des Frankens der Wirtschaft, insbesondere der Exportwirtschaft, Sorgen bereitet, wird die Zurückhaltung der Politik mehrheitlich begrüsst. Die Forderungen, die nun herumgeisterten, wie etwa die Anbindung des Frankens an den Euro, «sind Luftblasen», sagt Gerold Bührer, Präsident des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse. «Was die Nationalbank machen konnte, hat sie gemacht, den Trend kann sie aber nicht brechen.»

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund  fordert eine Neuauflage des Gentlemen's Agreement, das die Nationalbank 1976 mit den Schweizer Banken abgeschlossen hatte.  Die Banken hatten sich in der damaligen Währungskrise verpflichtet, ihre Filialen und Tochtergesellschaften im Ausland anzuweisen, "offensichtlich spekulative Transaktionen gegen den Franken" zu unterlassen. (NZZ)