Starker Franken reisst Loch in Nestlé-Halbjahresabschluss

Der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern setzte von Januar bis Ende Juni 41 Mrd. Fr. um, nach 43,2 Mrd. Fr. im Vorjahr. Der Reingewinn von Nestlé blieb aber konstant - die Analysten reagierten erfreut. Vor einem Jahr hatte Nestlé noch 47 Mrd. Fr. Umsatz ausgewiesen - fast 4 Mrd. davon steuerte damals aber der Augenheilmittelhersteller Alcon bei, den Nestlé in der Zwischenzeit vollständig an den Pharmakonzern Novartis verkauft hat.

Wird der Umsatz in Landeswährungen und exklusive Alcon sowie anderen Firmenübernahmen und -verkäufen ausgewiesen, wuchs Nestlé um 7,5 Prozent. 2,7 Prozentpunkte stammen aus Preiserhöhungen, der Rest des Wachstums gelang Nestlé aus eigener Kraft.

Besonders gut entwickelte sich Nestlés Geschäft mit Milchprodukten/Glaces, Getränken, Gesundheitsprodukten und Nespresso- Kaffeekapseln. Am meisten zulegen konnte der Konzern in Asien, Ozeanien und Afrika, das organische Wachstum in dieser Grossregion erreichte 13,3 Prozent. In Nord- und Südamerika konnte Nestlé die Verkäufe um 5,7 Prozent erhöhen, in Europa um 5,8 Prozent.

Das Unternehmen hat in letzter Zeit kräftig investiert - Mitte Juli übernahm es beispielsweise für 1,4 Mrd. Fr. die Mehrheit am chinesischen Süsswaren-Hersteller Hsu Fu Chi. Nestlé geht für das nächste Halbjahr von wirtschaftlicher und politischer Instabilität, volatilen Rohstoffpreisen und einer gedrückten Konsumentenstimmung in entwickelten Volkswirtschaften aus. Der Konzern bestätigte dennoch sein Jahresziel, den Umsatz organisch um rund 6 Prozent zu erhöhen. (NZZ)